Reifen & Felgen ABC - E

In unserem GETTYGO Reifen & Felgen ABC erklären wir auch die wichtigsten Begriffe rund um das Thema Reifen & Felgen: Einpresstiefe, ET, ECE-Prüfzeichen, ECE-Kennzeichen, einteilige…

Was ist die Einpresstiefe (ET)?

Hinter der Bezeichnung Einpresstiefe, welche sehr häufig auch mit ET abgekürzt wird, wird der Abstand zwischen Felgenbettmitte und Auflagefläche an der Radnabe bezeichnet. Bei einer positive Einpresstiefe (ET 30) wird die innere Anlagefläche zur Radaußenseite verschoben. Bei einer negativen Einpresstiefe wird die innere Anlagefläche zur Radinnenseite verschoben. Eine Einpresstiefe von „0“ bedeutet also, dass die Felge genau „mittig“ auf der Radnabe sitzt. Durch eine verkleinerte Einpresstiefe wird die Spurweite verbreitert, durch eine vergrößerte Einpresstiefe kann man den Störkrafthebelarm verkleinern, das spürt man vor allem positiv in der Lenkung, denn je kleiner der Störkrafthebelarm, desto geringer ist der Einfluss auf die Lenkung.
Die Einpresstiefe kann durch die verbauten Felgen, aber auch durch sogenannte Distanzscheiben beeinflusst werden. Mit der Veränderung der Einpresstiefe verändert sich auch die Spurweite. Darüber hinaus ändern sich Sturz, Lenkrollhalbmesser und Fahrverhalten. Auch das Fahrwerk wird bei der Verwendung von Distanzscheiben stärker beansprucht.

Aus dem Abrollumfang (auch Reifenumfang genannt) wird ein dynamischer Rollradius berechnet. Kurz gesagt ist es die Strecke, die ein Rad bei einer Umdrehung zurücklegt. Die Testfahrt würde gemäß DIN 70020 bei einer Geschwindigkeit von 60 km/h erfolgen und die Fahrt muss schlupffrei zurückgelegt werden, sprich das Rad darf nicht durchdrehen. Da der Reifen im unbelasteten Zustand kreisförmig ist, kann man den Wert aber auch entweder berechnen oder einfach auch nachmessen. Der Abrollumfang bestimmt also die Länge des Weges bei einer Umdrehung. Dieser Wert ist vor allem wichtig für die Genauigkeit des Tachometers. Sollen bei einem Fahrzeug also andere Reifen oder Rad-/Reifen-Kombinationen verbaut werden, dann muss der Abrollumfang der Räder innerhalb der Toleranz sein oder der Tacho muss neu eingestellt werden. 

Was ist das ECE-Prüfzeichen?

Die ECE-Kennzeichnung bzw. das ECE-Prüfzeichen ist seit dem 01.10.1998 Pflicht in Europa. Auf den Reifen findet man es direkt auf der Reifenflanke. Die Abkürzung „ECE“ steht für die „Economic Commission for Europe“. Die Wirtschaftskommission für Europa hat verschiedene technische Vorschriften zur Auflage gemacht.

Was erkennt man auf dem ECE-Prüfzeichen?

Es gibt im Bereich der Bereifung diverse ECE-Normen. Darunter z.B. für die Beschaffenheit, das Prüfverfahren aber auch für die Kennzeichnung der Reifen. Mit dem „ECE“- Prüfzeichen bestätigt der PKW-Reifen-Hersteller, dass dieser bei der Herstellung des Reifens die europäische Regelung ECE R30 eingehalten hat. Dargestellt wird dies durch das aufgeprägte „e“ oder „E“ auf der Reifenflanke vom Produkt. Neben der Bestätigung bekommt man noch den Hinweis auf das Land in dem die Prüfung bzw. das Genehmigungsverfahren durchgeführt wurde sowie die Genehmigungsnummer. Deutschland hat z.B. die Ziffer 1, Frankreich die Ziffer 2 und Italien die Ziffer 3. Jeder Luftreifen wird einer Belastungs-/Geschwindig­keitsprüfung unterzogen bevor er in den Verkauf kommt.

Was sind einteilige Felgen?

Einteilige Felgen werden aus einem Teil gegossen und sind in der Regel ab Werk auf den Fahrzeugen montiert. Es gibt darüber hinaus auch zwei- oder sogar dreiteilige Felgen. Über diese kann man individuellere Felgenbreiten realisieren und im Schadensfall auch Teile der Felgen austauschen.

Was sind die Vorteile von einteiligen Alufelgen?

Einteilige Alufelgen können filigran gestaltet werden. Leichte Alufelgen reduzieren vor allem die ungefederten Massen. Dadurch wird das Fahrverhalten vom Fahrzeug positiv beeinflusst. Auch für eine verbesserte Kühlung der Bremsen setzt man bewusst auf Grund der größeren Luftdurchlässigkeit auf Aluminium-Felgen. 

Wofür steht die Abkürzung E auf Reifen?

Auf Rollwiderstand optimierte Reifen werden mit einem E gekennzeichnet. Die Kraft, die für die Rollbewegung erforderlich ist, ist abhängig von der Radlast. Gerade für Elektrofahrzeuge sind Reifen mit einem geringen Rollwiderstand von Nöten, da die Überwindung der Fahrwiderstände die Reichweite minimiert. 

Was bedeutet die Kennzeichnung EL auf dem Reifen?

EL steht für Extra Load! Mit der Abkürzung kennzeichnet man die verstärkten PKW-Reifen. Diese besitzen über eine erhöhte Tragfähigkeit gegenüber der konventionellen Bereifung. Neben „EL“ gibt es auch noch die Bezeichnungen „XL“, „Xtra Load“, „RF“ oder „Reinforced“. Vor allem bei „RF“ muss man aufpassen, diese Abkürzung wird auf für Runflat-Reifen benutzt.

Was steckt hinter der Abkürzung EMT?

Hinter der „Extended Mobility Technology“ findet man die Notlaufreifen/Runflat-Reifen des Herstellers Goodyear. Wie bei anderen Runflat-Reifen auch verfügt ein Goodyear EMT Reifen über verstärkte Seitenwände. In dem Fall fällt die Konstruktion bei einem Luftverlust nicht einfach zusammen, sondern behält bis zu einer Strecke von 80 km und einer Höchtgeschwindigkeit von 80 km/h die Laufeigenschaften.

Was erkennt man auf dem EU-Reifenlabel?

Das EU-Reifenlabel zeigt die europaweit einheitliche Klassifizierung des Reifens im Bezug auf Kraftstoffverbrauch, Nasshaftung und Geräuschentwicklung. Zu den Bewertungskriterien des EU-Reifenlabels gehört die Kraftstoffeffizienz, die Nasshaftung und das externe Rollgeräusch. Je geringer der Rollwiderstand ist, desto geringer ist auch der Verbrauch. Es gibt die Klassen A (beste Bewertung), B, C, E, F und G. Bei der Nasshaftung wird auch die Bestbewertung mit einem A prämiert, während es hier die weiteren Klassen B,C, und F gibt. Keine Klassen, sondern Balken, gibt es beim externen Rollgeräusch. Auf dem Symbol erkennt man einen Lautsprecher und daneben die Angabe vom Messwert in Dezibel (dB). Drei Balken kennzeichnen die schlechteste Leistung, denn hier ist weniger mehr! Ein schwarzer Balken signalisiert dem Käufer, dass das externe Rollgeräusch des Reifens die geltenden EU-Grenzwerte um mehr als 3 dB unterschreitet.

Was macht das ESP?

Das Elektronische Stabilitätsprogramm ist ein Fahrdynamik-Regelsystem. Dieses soll, durch das gezielte Abbremsen einzelner Räder und ggf. einem Lenkeingriff das Fahrzeug in Quer- und Längsrichtung stabilisieren. Um die aktive Sicherheit zu erhöhen, werden von dem ESP instabile Fahrzustände vermieden.

Wie funktioniert das ESP?

Das ESP kann nur in Verbindung mit dem ABS funktionieren, glücklicherweise ist dieses inzwischen in fast jedem Fahrzeug verbaut. Dazu braucht man beim ESP noch einen Lenkwinkelsensor und weitere Sensoren. Sollte das Fahrzeug untersteuern, also in der Kurve über die Vorderachse schieben / ausbrechen, wird ein gezieltes Abbremsen des hinteren kurveninneren Rades ein Gegensteuern einleiten. Einen ähnlichen Effekt hat das Abbremsen des vorderen kurvenäußeren Rades beim Übersteuern. Auch wenn die Systeme immer besser werden, kann die beste Technik die Grenzen der Fahrphysik nicht verschieben. Wenn man es hinterm Volant und am Fahrpedal übertreibt, dann wird man auch ein elektronisches Regelsystem in die Grenzen weisen.