Reifen & Felgen ABC - D

In unserem GETTYGO Reifen & Felgen ABC erklären wir auch die wichtigsten Begriffe rund um das Thema Reifen & Felgen: Dämpferabstimmung, Dämpferkennlinien, Drehmoment (Radbolzen), Doppelquerlenker,…

Was versteht man unter einer Dämpferabstimmung?

Bei einem klassischen Zweirohr-Gasdruckschwingungsdämpfer gibt es einen mit Hydrauliköl gefüllten Arbeitsraum und einen Ölvorratsraum. Zur Stoßdämpfung werden zwei Ventileinheiten eingesetzt. Beim Einfedern fließt Öl in den Raum oberhalb des Kolbens, beim Ausfedern wirkt das Öl als Widerstand. Die Dämpfungskraft selbst ist beim Einfedern (Druckstufe) geringer als beim Ausfedern (Zugstufe). Über die Abstimmung kann man die Dämpfungskraft beeinflussen, zusätzlich ist diese von der Masse abhängig. Je größer die gefederte Masse, desto langsamer werden die Schwingungen abgebaut.

 

Was sind Dämpferkennlinien?

Man unterschiedet Stoßdämpfer vor allem in drei verschiedenen Kennlinien: progressive Dämpfung, lineare Dämpfung oder degressive Dämpfung. Variable Fahrwerke mit einstellbaren Kennlinien können über alle drei Kennlinien verfügen, bieten somit also stets den besten Bodenkontakt, die beste Schluckfähigkeit, den bestmöglichen Komfort und Vorteile bei der Wank- und Nickdämpfung.

 

Mit welchem Drehmoment zieht man Radbolzen nach?

Die Funktionsfähigkeit einer kraftschlüssigen Schraubverbindung ist abhängig von der Kraft mit der die Schraube angezogen wurde. Durch den Hebelarm gibt man die Kraft, welche auf die Schraube wirkt in Newtonmeter (Nm) an.

Über das Gewinde zwischen Schraube und Mutter bzw. Gewindebohrung wird eine Kraft erzeugt, welche die beiden Bauteile aufeinander presst. Bei dieser kraftschlüssigen Schraubverbindung kommt es darauf an, dass sämtliche Bauteile perfekt aufeinander abgestimmt sind.

Bei der Felgen-Montage gibt es vor allem Kegel- oder Kugelbund-Radschrauben. Die Radschrauben werden auch Radbolzen genannt, bei einigen Fahrzeugen werden die Räder auch noch über Stehbolzen gehalten und mit Muttern gesichert.

Die Radbolzen können unterschiedliche Größen haben, so sind es bei europäischen Fahrzeugen in der Regel M14-Schrauben mit 17 oder 19mm Schlüsselweite. Es gibt auch M12-Schrauben mit einer Steigung von 1,25 oder 1,5. Wird z.B. ein falscher Radius bei Kugelbundschrauben gewählt, dann liegt die Kugelbundschraube nicht kraftschlüssig auf. Dieses kann zum Lösen des Rades führen.

Nach der Montage müssen die Schrauben / Muttern noch mit dem richtigen Drehmoment angezogen werden. Den richtigen Anziehmoment-Wert kann man der Anleitung vom Fahrzeug entnehmen. Dieser richtet sich vor allem an der Art des Gewindes und auch die verwendeten Materialien spielen eine übergeordnete Rolle.

Nach jedem Räderwechsel sollten, nach den ersten 50 km, die Räder noch einmal mit einem Drehmomentschlüssel „nachgezogen“ werden. Die Radschauben dürfen nicht am Gewinde und auch nicht an der Auflagefläche gefettet werden, die Drehmomentschlüssel müssen geeicht sein.

Was ist eine Doppelquerlenker-Achse?

Bei einer Doppelquerlenker-Achse sind zwei übereinander liegende Dreieckslenker verbaut, welche an der Karosserie bzw. am Rahmen drehbar gelagert sind. Die Vorteile einer Doppelquerlenker-Achse liegen auf der Hand: Es sind sehr geringe Sturz- und Spuränderungen zu erwarten, die Radführung ist außerordentlich gut und die auftretenden Kräfte werden im Vergleich zum McPherson-Federbein auf zwei Querlenker verteilt.

Die Doppelquerlenker-Radaufhängung an der Vorderachse ist auch mit einer Drebstabfederung, mit konventionellen Stoßdämpfern oder sogar mit Blattfedern möglich. In der Regel werden Doppelquerlenker bei schweren Fahrzeugen, aber auch bei sehr sportlichen Fahrzeugen eingesetzt. Bei den meisten anderen Fahrzeugen setzen die Hersteller, vor allem auch aus Platz- und Budgetgründen, auf das McPherson-Federbein.

Was ist eine Duplex-Bremse / Duo-Duplex-Bremse?

Den Begriff Duplex-Bremse findet man im Bereich der Trommelbremse, welche vor allem noch bei kleineren Fahrzeugen an der Hinterachse zum Einsatz kommt. In der Trommelbremse werden zwei gegenüberliegende Bremsbacken über Radzylinder an die Bremstrommel gepresst. Die Bremstrommel ist kraftschlüssig mit der Radnabe verbunden. Über Rückholfedern werden die Bremsbeläge von der Trommel gelöst, sobald das Bremspedal nicht mehr betätigt wird.

Bei einer Duplex-Bremse wird innerhalb einer Trommelbremse jede Bremsbacke von einem eigenen Radzylinder gespannt. Bei der Duo-Duplex-Bremse gibt es gleich zwei Radzylinder und zwei Kolben.

Wie unterscheiden sich Diagonalreifen zum Radialreifen?

Bei einem Diagonalreifen verlaufen die Karkassfäden im spitzen Winkel zur Fahrrichtung. Diagonalreifen findet man heutzutage vor allem im Bereich der Motorrad-Bereifung. Aber auch hier besteht der Reifen aus dem Gewebeunterbau, der Karkasse genannt wird. Die Fäden dieser Karkasse laufen beim Diagonalreifen in einem Winkel zwischen 20° und 40° zur Fahrtrichtung, während bei einem Radialreifen der Winkel rechtwinklig (90°) zur Fahrtrichtung verläuft.

Was ist die DOT Nummer? Wie alt sind meine Reifen?

 

Wie alt ist eigentlich der Reifen? Über die vierstellige Department of Transportion (DOT) Nummer kann man es leicht herausfinden. Die ersten beiden Ziffern stehen für die Produktionswoche, die letzten beiden Ziffern für das Produktionsjahr. Steht auf dem Reifen z.B. die Aufschrift: DOT 2020 dann wurde der Reifen in der 20. Kalenderwoche im Jahr 2020 hergestellt.

 

Wo liegen die Vorteile bei einer dreiteiligen Felge?

Es gibt einteilige, zweiteilige und dreiteilige Felgen. Während die einteiligen Felgen in einem Stück hergestellt werden, bestehen zweiteilige Felgen aus einem vorderen Schlüsselhorn und aus dem Felgentragstern inkl. hinterem Schlüsselhorn. Bei dreiteiligen Felgen sind alle Felgenteile voneinander getrennt. Vorteile ergeben sich bei der Produktion, es sind verschiedene Breiten und Einpresstiefen möglich. Auch bei der Instandsetzung können zwei- und dreiteilige Felgen punkten, allerdings muss man hier die Schrauben erneuern, da Felgenschrauben (nicht zu verwechseln mit Radschrauben) Dehnschrauben sind.

Was sind Dehnschrauben und wo werden diese eingesetzt?

Dehnschrauben werden im Kraftfahrzeug vor allem dort eingesetzt, wo man eine Dichtwirkung erreichen möchte.

Diese besonderen Schrauben werden über ihre Streckgrenze hinaus verformt und können daher nur einmal verwendet werden. Wer z.B. die Zylinderkopfdichtung austauscht, muss in der Regel neue Dehnschrauben verwenden. Auch bei Felgenschrauben, für zwei- oder dreiteilige Felgen, kommen Dehnschrauben zum Einsatz, da diese höhere Schraubenkräfte bei geringeren Querschnitten ermöglichen und nicht nachgezogen werden müssen. Wichtig: Es muss auf das richtige Anziehmoment geachtet werden.

Erklärung: DSST – Dunlop Self Supporting Technolgy

Die Dunlop Self Supporting Technology (DSST) wird auch als RunOnFlat (ROF) bezeichnet. Mit diesem Reifen kann man mit dem Fahrzeug auch bei einem Luftdruckverlust mit gemäßigter Geschwindigkeit weiterfahren. Bei dieser Technologie setzt der Hersteller auf eine stabilere Seitenwand und auf geänderte Gummimischungen. Im Pannenfall kann sich der Reifen auf seine breitere Flanke abstützen. Weil der Fahrer den Druckverlust nicht sofort spüren würde, muss das Fahrzeug über Reifendrucksensoren verfügen.

Wofür steht die DT1 Kennung von Michelin

Beim Hersteller Michelin können die Reifen über eine DT1 Kennung DT1 verfügen. In dem Fall dürfen die Reifen nur achsweise eingesetzt werden. Nur so kann der Hersteller garantieren, dass die Reifen auch die gewünschten Eigenschaften bieten. Neben der DT1 Kennung gilt die achsweise Verwendung auch für die G1 Kennung bei Michelin.

Was ist eine Drainage?

Hausbesitzer kennen den französischen Begriff Drainage vor allem als kostspieligen Punkt beim Hausbau, doch auch beim Auto haben wir eine Wasserableitung. Für ein möglichst sicheres Fahrverhalten auf nassen Straßen verfügen die Reifenprofile auch über Drainageeigenschaften. Das Wasser wird über die Rillen im Profil zur Reifenseite abgeleitet, das Aufschwimmen vom Fahrzeug (Aquaplaning) soll somit bestmöglich verhindert werden.